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  • Ed Atkins

    Sabine Elsa Müller über Ed Atkins „Ye Olde Food“ im K21, Düsseldorf, bis 16.6.19

    Eine herzzerreißende Wehmut durchzieht diese Ausstellung. Ed Atkins´ Avatare weinen, stöhnen und seufzen. Sie betteln förmlich um Empathie. Die Protagonisten der zentralen Videoarbeiten „Neoteny in Humans“, „Good baby“, „Good boy“, „Good wine“, „Good smoke“ und „Good bread“ (alle 2017) werden schon als Baby von einer namenlosen Melancholie erfasst, von der sie offenbar nicht mehr loskommen. Ihre dicken Tränen und anklagenden weiterlesen

    Ursula Reppin

    „Die Initialzündung waren meine Entdeckungen. Ich habe dem Rudolf (Zwirner) jeden Tag sogenannte Feldpostbriefe aus New York geschrieben, um ihm meine Eindrücke zu schildern, aber die Entscheidungen haben wir gemeinsam getroffen. Das waren Sachen von Andy Warhol, wie die Kühe als Wallpaper, die ich in der Factory gesehen habe. Wallpapers auszustellen, das war eine Entscheidung und dazu gab es noch Luftballons, die flogen auch noch davon. Schön extrem alles.“

    Ursula Reppin (vormals Zwirner) weiterlesen

    Johannes Stüttgen

    „Es gibt den Ausspruch von Beuys aus dem Jahr 1968: ‚Die Deutsche Studentenpartei ist die größte Partei der Welt, aber die meisten Mitglieder sind Tiere’. Das ist deswegen so wunderbar, weil das eine geheimnisvolle Vorwegnahme der ökologischen Dimension ist, die in der 68er-Zeit nie Thema war, die erst in den 70er Jahren entstanden ist, aber wir waren dem vorweg.“

    Als Johannes Stüttgen 1966 an die Kunstakademie in Düsseldorf kommt, ist er ziemlich frustriert. Sein weiterlesen

    Chris Reinecke

    „Jörg Immendorff und ich wussten, dass wir nicht in Galerien ausstellen wollten. Deshalb haben wir etwas Eigenes auf die Beine gestellt. Wir haben einen Tanzsaal gemietet 1966. Es waren Räume für die Öffentlichkeit. Dort haben wir unsere Lidl-Aktionen gemacht. Wir waren immer beschäftigt mit der Politik.“

    Chris Reinecke, 1936 in Potsdam mit dem Vornamen Christliebe geboren, wechselte 1951 auf ein Mädchengymnasium in Düsseldorf. Die Stimmung war depressiv im katholischen Rheinland. Als sie nach weiterlesen

    Ella Münter is a scream!

    Oliver Tepel über „Gabriele Münter. Malen ohne Umschweife“ im Museum Ludwig, Köln, bis 13.1.2019

    Nein, ihr druckgraphisches Œuvre steht nicht im Mittelpunkt der aktuellen Gabriele Münter Retrospektive des Museum Ludwig. (Was beim Titel „Malen ohne Umschweife“ auch nicht zu erwarten ist.) Und doch erobert sich jene technisch reproduzierbare Kunst auf subtile Weise das Zentrum des Hauptraums im Souterrain. Dort, linker Hand, eine Wand einfordernd: das linolgeschnittene Portrait einer Aurélie aus dem Jahr 1906, in weiterlesen

    Tilman Peschel

    Sabine Elsa Müller über Tilman Peschel „ich mich ohne“ in der Artothek, Köln, bis 20.10.18

    Was geht hier vor? Bewegung im Stillstand. Stillstand in der Bewegung. Vielleicht kann Murphy weiterhelfen? Tilman Peschel hat eine mehrteilige Sequenz mit neuen Fotoschnitten nach dem Protagonisten aus Samuel Becketts gleichnamigem, 1938 erschienenem Roman benannt. Murphy verschafft sich durch einen besonderen Daseinszustand die allerhöchste Befriedigung: Er fixiert sich selbst mit sieben Schals an einen Schaukelstuhl und setzt diesen in weiterlesen

    Ulrike Rosenbach

    Irgendwann saßen wir da bei Klaus Staeck im Büro für Demokratie auf der Fensterbank und ich sagte zu ihm (Alfred Schmela): Also ich werde jetzt Künstlerin, ich höre auf mit Schule und ich will keine Lehrerin mehr sein. Und da sagte er zu mir: Nä Mädche, dat loss mol sinn! Frauen halde nit durch.

    Die Künstlerin Ulrike Rosenbach, geboren 1943 bei Hildesheim, hat mit ihrem Werk die Videokunst in Deutschland maßgeblich geprägt. Von weiterlesen

    Paul Maenz

    Wir haben die ersten fünf bis acht Jahre nur für die Galerie gearbeitet, um sie zu finanzieren. Aber es war keine Leidenszeit. Weil man sich die Künstler aussuchte und sagte: Du hast Carte Blanche. Du kriegst ein Ticket, ein Hotel und du kannst machen was du willst. Das war auch kunsthistorisch interessant, weil die Galerien zur Werkstatt wurden und weil eine Form von Gemeinschaftswerk zwischen Künstler und Galerist entstand.

    Die Mischung aus Toleranz weiterlesen

    Birgit Hein

    Ich war so unheimlich nervös und bin nach hinten in die Halle gegangen, wollte gucken, ist alles in Ordnung und stehe da vor einer Wand aus Polizisten. Dann bin ich sofort zurück gerannt, um die vorne am Projektionspult zu warnen. Und da kam schon die Treppe vom Neumarkt runter der Trupp mit den Fotografen und den Beschlagnahmejuristen.

    Dass sie einmal skandalträchtig mit dem Pornografie-Paragraphen in Berührung kommen würde, ahnte Birgit Hein 1962 noch weiterlesen

    Wir sind Humus und müssen denken

    Hauke Ohls über Donna J. Haraways „Unruhig bleiben. Die Verwandtschaft der Arten im Chthuluzän“, Frankfurt am Main, Campus Verlag, 2018, 350 Seiten, 32 Euro

    Wenn Donna Haraway die Menschheit als Humus bezeichnet, dann hat sie nicht den köstlichen Brei aus Kichererbsen im Kopf. Es geht um die Substanz des Erdbodens, in dem alle möglichen biotischen und abiotischen Dinge miteinander verschmelzen, um daraus etwas Neues entstehen zu lassen. Wir alle sind Teil eines solchen Prozesses. weiterlesen

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