Fotostrecke Artblog Cologne in Prag II

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Artblog Cologne in Prag II


„Geschichte ist nur der Teil des Mythos, den ihr zu verstehen glaubt und in Worte fassen könnt,“ erklärt der Dinosaurier in András Cséfalvay’s Videodialog „Compsognation“ (2013).

Dass uns eine – vergleichsweise ohnehin nur kurze – Zeit des Weltgeschehens erst durch Sprache zugänglich wird, muss diesem frühzeitlichen Wesen wohl als sehr unerfahren erscheinen. „Compsognation“ ist zur Zeit in der Ausstellung „Past-Present-Past“ in der Eingangshalle der Karlin Studios, einem Offspace in einer ehemaligen Fabrik in Prags 8. Bezirk zu sehen.

Die sorgsam kuratierte Schau geht der Frage nach, welchen Einfluss Geschichte auf eine junge Generation tschechischer Künstler hat. Sie bringt fiktionale Erzählungen, Erinnerungen an die eigene Vergangenheit und Geschichten von lokalen Helden zusammen, wie etwa die eindrücklichen Miniaturskulpturen des Slowaken Štefan Papčo. Die Bronzen zeigen herausragende tschechische Bergsteiger, die in den 1970er und 80er Jahren ihre Freiheit beim Klettern suchten. In ihren Schlafsäcken wirken sie verpuppt, wie Falter kurz vor dem Schlüpfen.

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Auf den Spuren ihrer eigenen Vergangenheit ist auch Lisa-Marie Vlietstra. Ihr bewegendes Video „Dat Moeten We Voor Lisa Doen. / „We Have To Do This For Lisa“ hat gerade den StartPoint Prize 2014 gewonnen: http://vimeo.com/79281331.

Lisa-Marie Vlietstra, Grandmother With Horse, 2012 (Still)

Lisa-Marie Vlietstra, Grandmother With Horse, 2012

Alžběta Bačíková, Talk & Twerk, 2014 (Still)

Alžběta Bačíková, Talk & Twerk, 2014 (Still)

Zum zwölften Mal zeichnet der Preis eine Abschlussarbeit von Absolventen der internationalen Kunstakademien aus. Über die etwas umständlich verschachtelten Räume des auf private Initiative hin gegründeten Dox gelangt man in die Ausstellung, die neben Vlietstra – Absolventin der Gerrit Rietveld Akademie, Amsterdam – auch die zwölf Finalisten zeigt. Sehenswert ist hier auch die Videoarbeit „Talk & Twerk“ von Alžběta Bačíková (FaVU Brno).

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Im leer stehenden Bankgebäude der ehemaligen Živnostenská banka aus dem 19. Jahrhundert hat das eintägige Event Magnus Art einen imposanten Ausstellungsort gefunden. Zwischen repräsentativen Kassenschaltern, holzvertäfelten Aktionärsräumen und muffigen Büros stellt die kuratierte Präsentation das Programm der vier Prager Galerien Drdova, Hunt Kastner, Polansky und Svit vor:

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Josef Bolf „Holka“

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Václav Kopecký „Hotel Zenit“

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Zbyněk Baladrán

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Zbyněk Baladrán

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Pavla Sceranková

Die Zusammenarbeit der lokalen Galerien ist wichtig in Prag, betont Lucie Drdova bei einem Abendessen. Während die Offszene in der Stadt sehr lebendig ist und zahlreiche staatlich geförderte Räume in der Stadt nutzt, ist die Anzahl der kommerziellen und international vernetzten Galerien hier noch klein. Drdova Galerie legt daher seinen Schwerpunkt bewusst auf tschechische und slowakische Künstler und platziert diese auf Messen, wie der Vienna Fair.

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Thomas Bischoff „spoutnick“

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Thomas Bischoff „spoutnick“

Die Woche geht mit den Open Studios (& Mottoabend „Dis/Miss“) der MeetFactory zu Ende, bei denen sich auch Artblog Cologne den Besuchern vorstellen und viele interessante Gespräche führen durfte. Draußen rauchten und speiten währenddessen die Skulpturen von Thomas Bischoff Feuer.
Große Freude auch über den Besuch von Charlotte Desaga in Prag!

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Charlotte Desaga

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